Am Samstag den. 15. Juli fand im Pound for Pound die erste Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) Graduierung der Jugend statt. Alle 13 Teilnehmer haben erfolgreich bestanden und ihre neue Streifen oder Gürtel von Sergio „Canudo“ Zimmermann persönlich erhalten. Sergio, Schwarzgurt in BJJ, ist unseren Sensei und kommt ursprünglich aus Brasilien. Aber was ist BJJ genau und warum bieten wir das in der Ju-Jutsu Abteilung des FC Fasanerie Nord an? Was ist der Unterschied zwischen Ju-Jutsu und BJJ? 

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In den 15. Jahrhundert wurde Jiu-Jitsu/Ju-Jutsu in Japan entwickelt. Diese Kampfkunst bestand aus vielen unterschiedlichen Techniken: Schläge, Tritte, Würfe, Hebel und Würgetechniken. Der Grund dafür ist, dass man, während einem realistischen Kampf, sich sowohl im Stand als auch auf dem Boden verteidigen können musste. Im 18. Jahrhundert, aber, änderte sich das mit Kanō Jigoro und seinen Judō. Kanō fokussierte sich stärker auf Würfe und weiniger auf die andere Bereiche. 

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In den frühen 20. Jahrhunderts kam der japanische Judoka Mitsuyo Maeda nach Belém in Brasilien. Da das japanische Judō System seiner Meinung nach limitiert war, da beispielsweise sowohl das Randori, als auch dem Bodenkampf nicht genug Bedeutung beigemessen wurde, reiste Maeda um die Welt um neue Kampfarten zu erlernen. Techniken aus dem Boxen und Ringen wurden Teil seines Repertoires. In Brasilien angekommen, lehrte er dem damals 18 Jährigen Carlos Gracie, welcher später seinen Jüngere Brüder Helio Gracie unterrichtete, seine gemischte Kampfkunst. Gracie BJJ war damit geboren. Nach ein paar Jahren begannen die Gracies, die körperlich kleiner und schwächer waren, berühmte Kämpfer herauszufordern, und das mit großem Erfolg. Da sie ihre Gegner zum Aufgabe zwingen konnten und damit die Kämpfe gewannen. Da Carlos und Helio wesentlich kleiner waren als ihre Gegner konnten sie damit zeigen wie effektiv ihre Kampfkunst ist: in einen Kampf gewinnt nicht zwingend der stärkere, sondern derjenige der seine Kräfte bestmöglich einsetzt. Da die Wirksamkeit und Effektivität dieser Kampfkunst damit bewiesen war, wurde BJJ sehr populär und wuchs schnell. Selbstverteidigung und Bodenkampf (mit Take-downs und Würfe) sind die meist betonte Bereichen in dieser Kampfkunst.
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Carlos Gracie

 

Carlos und Helio Gracie hatten viele Kinder die alle BJJ lernten und sie verbreiteten die Kunst in der ganzen Welt. Einer davon, auch gesehen als einer der besten in der BJJ Welt, war Carlson Gracie Sr., der Osiris Maia und Sergio „Canudo“ Zimmermann unterrichtete. In Rio de Janeiro fing Sergio als 12 Jähriger zunächst mit Thai Boxen, und drei Jahren später mit BJJ an. Da er halb Brasilianisch und halb Deutsch ist konnte er einfach nach Europa ziehen. Sergio „Zimmermann“ ist mehrfacher Europa- und Weltmeister, weshalb Sergio auch als "Mr. European" bekannt ist.  

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Da Bodenkampf zwar Teil des aktuellen Ju-Jutsu ist, diesen aber nicht so stark betont wie BJJ, bieten wir BJJ an um sicherzustellen, dass alle unsere Schüler sich in allen drei Kampfteilen eine Expertise aufbauen können: Stand 1), Werfen (Übergang Stand -> Boden) 2) und dem Bodenkampf 3). Schließlich beginnt nahezu jede Selbstverteidigungssituation im Stand aber Endet am Boden.

Letzen Samstag zeigten 13 Jugendliche (11 bis 15 Jährige) Sergio was sie kennen und können und verdienten sich ihren neuen Gürtel. Sie haben alle extrem hart trainiert und gezeigt, dass sie kämpfen können und vor allem Wissen, wie man die Situation auf dem Boden kontrollieren kann. Wir sind furchtbar Stolz und sagen Danke! Oss!!! 

Alex & Laurien