Am 26.07.2017 fand die Sommer Ju-Jutsu Prüfung statt. Felix, Sarah, Ronja, Charlotte H., Charlotte S., Felizia und Sanja waren am Start! Da Felix zum Blaugurt antrat, brauchten wir zwei Prüfer. Wolfgang wurde verstärkt durch Michael Guttner (3. Dan, aus dem Ju-Jutsu Verein Yawara-Do in Geretsried). Um 19.00 ging es los und nach über 2 Stunden harter Arbeit hatten alle bestanden. Zwei konnten sogar einen halben Gurt überspringen und haben sich einen Vollgurt verdient.
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Während eine Prüfung passiert viel, sowohl körperlich als auch emotional. Eine Prüfung ist, aufgrund der Dauer, anspruchsvoll für die Konzentration und Entschlossenheit. Zusätzlich stressen die Prüfer die Prüflinge, um zu testen können wie stabil diese sind. Können sie die Techniken unter Stress ausführen? Zudem wird man damit konfrontiert was man kennt, was man kann und dem fließendem Übergang zwischen den Extremen. Es ist das Ziel überzeugend zu zeigen, dass man seine Techniken beherrscht. Hier liegt genau das schwierigste an der Sache: wie findet man die Balance zwischen Kennen und Können, zwischen zu wenig Anwendung und zu viel?
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Eine Prüfung enthüllt andere Sachen als ein Kampf. Bei Kämpfen lernt man sofort ob einen angewendeten Technik klappt oder nicht und welche Defizite man in seinem Kampfstil hat. Bei einer Prüfung, lediglich eine Momentaufnahme, ist es immer schwierig das genaue Niveau der Prüflinge einzuschätzen. Ist das Niveau in Ordnung und reicht das für den nächsten Schritt? Da mit einem neuen Gurt neue Verantwortlichkeiten kommen, zum Beispiel Kontrolle in Körper und vor allem in Geist, ist das Prüfen keine einfache Sache. Jemand kann zum Beispiel alle Techniken kennen und können, aber ist er bereit?
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Wenn jemand einen Technik anwenden kann, bedeutet nicht, dass er Kontrolle hat. Kontrolle ist auch kein Synonym für "Techniken anwenden können". Kontrolle bedeutet viel mehr. Es ist die Kunst zu zeigen, dass du eine bestimmte Technik gut genug beherrscht, um sie in einen realistischen Kampf anwenden zu können, aber auch im Training sauber, ohne Verletzung und Kraft, demonstrieren zu können. Das ist nicht einfach und es zu meistern dauert Jahre. Je näher man dieser Kontrolle kommt, desto näher kommt man der Balance.
thumb DSC 0568 1024Balance hat an sich nichts mit Kampfsport zu tun. Balance ist ein Zustand des Seins. Ein Zustand, in dem eine Person ruhig, kontrolliert, mitfühlend und sicher ist. Egal was das Leben auf dich wirft, du wirst einen Weg finden damit umzugehen. Balance. Das Betreiben eines Kampfsports ist eine sehr gute Methode um Balance zu manifestieren, lernen und üben zu können. Mit anderen Worten, einen schwarzen Gürtel verdienen bedeutet nicht, dass man in Balance ist. Heutzutage existieren viele Schwarzgurte die denken dass sie einen schwarzen Gurt in das Leben haben. Nein, einen schwarzen Gurt bedeutet nur dass man die Grundlagen (hoffentlich) gemeistert hat. Balance muss man Jeden Tag üben und verdienen.
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Zurückkommend auf unsere Prüflinge, sie haben gezeigt, dass sie viel richtig anwenden können. Das ist gut und zeigt die Qualität der Prüflinge. Es kann aber auch, wenn unkontrolliert eingesetzt, gefährlich werden. Darum ist es jetzt Zeit zu lernen damit umzugehen und das Gelernte in etwas sinnvolles für das Leben zu transformieren. Und genau damit wird es nach den Ferien weitergehen =)

Wir gratulieren allen Prüflingen zu ihren tollen Leistungen und ihrem verdienten neuen Gürteln! Oss!

Alex & Laurien